zurück

8 Derivative Finanzinstrumente

8.8 Optionspreismodell von Black & Scholes

Es stellt sich die Frage, welcher angemessene Preis (Fair Value) für eine Option zu zahlen ist, damit der Long-Position-Inhaber und der Short-Position-Inhaber sich in einem fairen Geschäft befinden und alle wesentlichen Preisbestandteile (alternative Zinshöhe, erwartete Kursschwankungen, Volatilität, Basiskurs, aktueller Kurs, Restlaufzeit) hinreichend korrekt im Optionspreis berüsichtigt wurden. Die Black-Scholes-Formel für den (theoretisch) fairen Preis lautet:
pc = S N(d1/d0) - X N(d2/d0) Exp(-r T) (8.3.1a)
d0 = σ √ T (8.3.1b)
d1 = ln(S/X) + (r + 0.5 σ2) T (8.3.1c)
d2 = ln(S/X) + (r -- 0.5 σ2) T (8.3.1d)

wobei N(x) die kumulierte Normalverteilungsfunktion (Wertetabelle) ist. Für den Datensatz (s.u.) X = 160 €, r = 5%   p.a., T = 9 Monate = 0.75 Jahre und &sigma = 20%   p.a. ergeben sich die Optionspreise für einen europäischen Call/Put in Abhängigkeit des aktuellen Aktienkurses S wie folgt:



zugehörige Mathematica Notebook


Optionsprämie pc eines europäischen Call

aktueller Aktienkurs S in €
Basispreis X in €
Marktzinssatz in % p.a.
Restlaufzeit T in Jahren
Volatilität σ in % p.a.



Optionspreis in €
Taschenrechner

Die Einflußgrößen haben für den Call/Options-Preis folgende Auswirkungen:

Optionsprämie pc eines europäischen Put

Der Optionspreis pp eines dividengeschützten europäischen Put kann durch die sog. Call-Put-Parität bestimmt werden, die durch
pp + S = pc + X Exp(-r T) (8.3.2)
gegeben ist.

aktueller Aktienkurs S in €
Basispreis X in €
Marktzinssatz in % p.a.
Restlaufzeit T in Jahren
Volatilität σ in % p.a.



Optionspreis des Put in €
Optionspreis des Call in €
Taschenrechner

Die Einflußgrößen haben für den Put/Options-Preis jetzt folgende Auswirkungen: zurück
© Marcus Mauser, Johannes Gutenberg-Universität Mainz